Nachdem die Verschwörungstheorien über die abgesetzte “Anne Will”-Sendung ins Kraut geschossen waren, hat das deutsche Fernsehen mit “Hart aber fair” nun doch noch seine Diskussionsrunde zum Krieg in Gaza bekommen. Und nicht nur das: Drei der fünf Diskutanten bezogen eine drastisch israelkritische Position. Was nun, Herr Massarrat?
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Lorenzo Cremonesi, Korrespondent des italienischen “Corriere della sera” ist durch die Krankenhäuser des Gazastreifen gezogen, hat Interviews geführt und nachgezählt: Mehr als 600 Tote soll die Operation “Gegossenes Blei” nicht gekostet haben – auch wenn natürlich jeder Toter einer zuviel ist.
Von Martin Riexinger
Nieder mit Israel” hörte es der “Milliyet“-Kolumnist Kadri Gürsel letztlich aus einem Propagandawagen dröhnen. Mit dem Gefährt waren die Wahlkampfhelfer von Akif Şişmanoğlu unterwegs, der sich für die AKP um das Amt des Bezirksbürgermeisters von Sarıyer bewirbt. Nicht zu unrecht, meint Gürsel, das Auftreten seines Chefs haben den Kandidaten ermutigt, mit solchen Tönen auf Stimmenfang zu gehen.
Von Stefanie Galla
Wer in den letzten Wochen die Rufe von Demonstranten nach dem „Tod Israels“ gehört hat, dem muss es eiskalt über den Rücken laufen. Mir zumindest ergeht es so. Gern wird behauptet, das richte sich „nur“ gegen Israel und seine Politik und Kritik müsse doch erlaubt sein. Wer diese gruppendynamischen Hass beobachtet hat, muss blind sein, wenn er denkt, der Hass mache vor den Menschen halt.
Die paramilitärische Gruppe der iranischen Basidj hat angesichts der Ereignisse im Gazaastreifen angekündigt, eine Brigade von Selbstmordattentätern in die “besetzten Gebiete” zu entsenden, wo sie “Aktionen gegen den zionistischen Feind” ausführen werden.
Ob das, was unter dem Etikett Israel-Kritik firmiert, antisemitisch ist, sei einmal dahingestellt. Auffällig ist aber, wie wenig sich die Generalkritiker Israels von Fakten beirren lassen oder auch nur bereit sind, in irgendeiner Weise auf sie einzugehen. Denn 2005 ist etwas eingetreten, was viele schon nicht mehr für möglich gehalten haben.
Unerschöpflich ist die Interpretationsgabe westlicher Nahosterklärer, die von Vertretern der Islamischen Republik zuweilen in unverblümter Rede vorgetragenen Wünsche einer Vernichtung des jüdischen Staates mit einer solchen Hingabe schönzureden und umzuinterpretieren, dass man fast Mitleid mit dem Regime in Teheran bekommen möchte. Es ist zwar leicht, ein böser Bube zu sein, aber manchmal eben schwer, sich einen entsprechend schlechten Ruf einzuhandeln.
Ist Israel ein normaler Staat? Oder vielleicht eher ein Anachronismus? Eine Diskussion dieser Fragen scheint selbst anachronistisch und wenig erkenntnisversprechend. Aber solange Israel und die Juden für viele Zeitgenossen eine regelrechte Obsession sind, werden diese Fragen immer und immer wieder aufgeworfen und verlangen nach Antwort.
Was an Amos Oz ist eigentlich links? In der heutigen FAZ weist der israelische Schriftsteller und Friedensaktivist auf die entschiedene Haltung der Friedensbewegung hin, “dass die Beendigung der Besetzung der Beginn des Friedens sein muss.” Während in Europa unter den Linken die Meinung vorherrscht, dass eine Hamas in der Regierung moderater sein wird als eine Hamas in der Opposition, gibt sich die israelische Friedensbewegung keiner Illusion hin.
Der israelische Staatspräsident Moshe Katzav ist heute in Athen vom griechischen Verteidigungsminister Petros Molybiatis empfangen worden. Was daran bemerkenswert ist? Seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen beider Länder 1990 ist dies der erste Besuch eines israelischen Staatspräsidenten in Hellas.